Mario

Reinhard Dudda

 © by Mario 2005

 
 
 
  trio für zwei
 
  wenn außer
  haut an haut
  nichts mehr wichtig ist
  genießt die nacht
 
  ihre zeit
  behaglich
  liegt sie dann neben uns
  ist
  brüstebauchschenkellippen                                     
  küsse und lust
  ist zärtliche
  dunkle
  gespielin    
 
 
 
  SEHNSUCHT
 
  ist nicht heute nicht morgen nicht
  übermorgen oder
  gestern
  sehnsucht ist
  IMMER
  sehnsucht ist alles von mir
  was sich auf den weg macht zu dir
  SEHNSUCHT
  ist die brücke
  zwischen erinnerung und zukunft
  über die ich hetze
  mit meinen gefühlen
  im roten bereich
                                                                         
 
 
  und doch mehr
 
  nein
  nicht die ganz große
  leer e
  aber ein wenig
  einsamkeit
  schon
  in mir
 
  nein
  nicht die ganz großen
  fragen
  aber noch immer
  gedanken
  plötzlich
  an dich
  und mittendrin
  an dich
  und auch
  an dich
  wenn die erinnerung
  sich an mich schmiegt
 
 
 
 ewigkeiten
 
  eines tages
  war es dann so weit
  die zeit hatte uns mit ihren
  sekundenundminutenundstunden
  zugeschüttet
  mehr war für dich und mich nicht zu
  ertragen
 
  dabei konnten wir am anfang
  gar nicht genug von ihr bekommen
  aus unseren schönsten augenblicken
  wollten wir immer ewigkeiten machen
  lebenslänglich
  sollten sie dauern
  mindestens
                                                                      
  eines tages
  war es dann aber so weit
  die ewigkeiten forderten
  f reispruch
 
 
 
  nachlese
 
  alles
  gegeben und
  bekommen
  in stunden ohne zeit
  in verträumten tagen
  neben
  der wirklichkeit
  gelebt
  du
  zu meinen gefühlen gesagt
  jetzt ziehe ich mir
  den herbst über die ohren
  und lausche
  wie es nachklingt
 
 
 
  wenn die nacht kommt
                                                                
  wenn die nacht
  kommt
  sternenkalt
  pausieren
  die farben
 
  horizonte
  tauchen ein
  und schwimmen in die stille
 
  und dann
  denk ich an dich
 
 
 
  kalt
 
  eine weite zeit war vergangen.
  all die wege die straßen
  und plätze
  die sie gingen
  und wo sie verweilten
  während das feuer niederbrannte.
 
  so unausweichlich
  wie der atem kürzer wurde
  und die augen enger
  und so von allem immer weniger war
  starb das langsam
  verging das unmerklich.
 
  bis sie die kälte
  spürten.
                                                                              
 
 
  nachts am strand
 
  der wind war mild in dieser nacht
  weich wollten wellen sich vereinen
  so sanft das mondlicht
  und ganz sacht
  zwei weiche lippen auf den meinen.
  lustvoll empfinden, fühlen, nicht fragen
  zwei menschen nur mit sich allein
  der wind ließ nach als wollt er sagen
  auch ich will jetzt ganz stille sein.
 
  der sand war uns wie daunenkissen
  als mutter erde ging zur ruh
  nur sterne haben zwinkern müssen
                                                                             
  zwei miteinander
  ich und du
 
 
 
  voll im trend
 
  viele junge leute lassen sich
  in diesen zeiten ja lochen
  sie haben dann mindestens
  einen ring im ohr oder
  einen brillanten am bauchnabel und
  sehr individuelle teile
  für die spiele zu zweit
 
  das ist ganz schick
 
  neulich
  unterwegs
  auf einer von diesen weiden
  lagen ein paar jungkühe
  in der abendsonne
  alle hatten ein leuchtend gelbes schild
  ins ohr geknöpft
  richtig schick sah das aus...
                                                                            
 
 
  sie war...
 
  SIE WAR
  manchmal
  voller ungeduld
  weil sich ihre träume
  nicht sogleich und nicht immer
  erfüllten
 
  ihm aber stockte der atem
  manchmal
  denn seine wünsche
  waren längst gelebt
 
  sie fieberte voraus
  sehnte sich nach vorn
  richtete sich in der zukunft ein
  er aber
  schaute oft zurück
 
  sie war vierundzwanzig
  ER WAR
  erinnerung
 
 
 
  finale
 
  nicht mehr lieben
  und doch fühlen
  nicht mehr leben
  nur noch da sein
  atmen
  und doch fast
  ersticken
  denken
  und sich im kreise
  drehn
                                                           
 
 
  sich lieben
 
  oft
  ... richtig gut ...
 
  häufig
  ... ziemlich gut ...
 
  manchmal
  ... na ja, gut ...
 
  gelegentlich
  ... aber dann gut !!!
 
  gar nicht :
  ... nix gut ...
                                                           
 
 
  nichts weiter
 
  dein haar
  und deine wangen
  berührungen
  wie auf glas gehaucht
 
  doch nein
  da war nur ein
  schmetterling
  auf meiner hand
  der flog wieder fort
                                                                           
 
 
sinnlos
 
sinn - los
 
während ihr euch
streitet
hört ihr keine klänge.
 
wenn ihr euch
verletzt
sterben eure blumen.
 
 während ihr euch
 anschweigt
verliert eure welt
die farben ...
 
 
 
ins licht
 
und dann standen sie in der tür
all die jahre
die schon ausgelöschten
und all die träume jetzt
die zerstobenen
verwaschenen oder
im nichts heimisch gewordenen
und auch die unendlich langen tage
des vergessen s.
 
du.
 
und aus dunkler stille drehte ich mich
ins licht.
                                                                                
 
 
  und doch mehr
 
  nein
  nicht die ganz große
  leere
  aber ein wenig
  einsamkeit
  schon
  in mir
 
  nein
  nicht die ganz großen
  fragen
  aber noch immer
  gedanken
  plötzlich
  an dich
  und mittendrin
  an dich
  und auch
  an dich
  wenn die erinnerung
  sich an mich schmiegt
 
 
 
zweite wahl
 
du sagst
ich liebe dich und ich sage
ich liebe dich
*auch*
und fühle sogleich
das ist nur zweite wahl
 
silber
statt gold
 
 
 
breit über mich
 
und dein langsames drehen
breit über mich
deine lippen auf meinen dann
eintauchen in dich und
in andere welten
 
draußen
denk ich
werden amseln geflötet haben
                                                               
 
 
tage voller licht
 
die leere flasche wein
auch am letzten abend
stand sie noch da
der herbst wird sie
irgendwann hinwegfegen
 
ich aber habe die erinnerung
an dich
an diese tage voller licht
und ich weiß
dass sie mir bleibt
 
wenn auch die stürme kommen
                                                                     
 
 
weißt du ...
 
ich habe dich nicht gefragt
habe nicht mehr
nachgefragt ...
 
denn
mein ohne dich sein
ist endgültig
wie eine einbahnstraße
auf der mir nichts mehr entgegenkommt
 
er ist weitergeflogen
dieser schmetterling
der sich bei uns niedergelassen hatte
für ein weilchen
                                                                                     

 

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